Die Bedeutung von Symbolen II

Ich dachte also an meinen Therapeuten… und mir wurde klar, was für ein großes Ding das für mich ist/ wäre.

Diese Figur, an die ich soviel Bedeutung und andere Emotionen geklebt habe. Dieses Ding, wo es (gefühlt) um Leben und Tod geht!

Die symbolische Bedeutung und Schwere wächst und wächst und wächst.

Mit vielen Blabla Worten, kompliziert ausgedrückt und eigentlich weit weg vom wirklichen fühlen, fragte ich meinen Therapeuten ob er die Figur (ganz vielleicht, wenn das nicht zu viel Forderung ist, was er natürlich auch ablehnen darf, verstehe ich) nehmen würde. Das es mir so gefährlich wichtig ist, dass ich ihm einen Ausgang mitliefere, so das mich ein „nein“ weniger bedroht. Worte herausgewürgt die kaum transportieren, was ich alles sagen will.

Aber ich konnte nicht. Es war nicht möglich einfach zu sagen: Es ist mir voll wichtig Ihnen das zu- und anzuvertrauen.

Das fühlt sich groß an, weil es symbolisch mein ALLES in Ihre Hände legt. Was ich noch niemals freiwillig getan habe (und was ich auch nicht wirklich von meinem Therapeuten brauche.) Aber ich kann das tun. Weil es sich gut anfühlt, es für mich ein therapeutisch großer Schritt nach vorn ist. Weil ich mich dazu entscheide, ohne Zwang und ohne Erfordernis.

Und mein Alles in andere Hände legen zu können, dürfen, bedeutet das es jetzt in meinen Händen ist. Es gehört mir, mein ALLES. Das ist so eine wunderbare Erkenntnis! Meins! Und ich entscheide was ich damit tue. Ganz ohne Not oder Zwang.

Dann frage ich mich, ob ihm klar ist, was ich an die Figur alles rangehängt habe? Ob er versteht was das für eine große Sache ist. Ob er dann noch die Verantwortung tragen wollte?

Die Gedanken rattern weiter und schlagen eine andere Richtung ein. „Na toll! Ist dir nicht klar, dass du ihn jetzt dazu gezwungen hast?“ „Natürlich hat er verstanden was alles dranhängt! Jetzt hat er 6 Wochen lang die Figur und die Angst am Hals, die Putzfrau schmeißt sie ausversehen runter!“

„Aber er hätte ja nein sagen können.“

„Nein hätte er aufgrund seiner Haltung niemals getan. Hätte nämlich bedeutet: Nee behalt dein Zerbrechliches mal. Ich will die Verantwortung nicht. Oder schlimmer, ich kann die Verantwortung nicht übernehmen.“

Und mir kommen Zweifel. Ich will meinen Wahnsinn anderen nicht aufhalsen.. innere Abwertung in Dauerschleife.. erzähle mir das konditionierte Blabla, er ist erwachsen und für seine Grenzen selber verantwortlich, usw.

Irgendwann geht mir auf, dass in dieser Thematik noch mehr stecken muss als gedacht, sonst käme ich nicht vom ursprünglich guten Gefühl dieser Idee, rasend schnell in der eigenen Demütigung an. Seine kurze, aber alles sagende Antwort ließ mich (vorerst) wieder herauskommen aus der Spirale.

selbstverständlich passe ich auf die Figur auf und sorge dafür, dass ihr nichts passiert.

Alle „sie müssen nicht“, „ist nicht schlimm“, „würden Sie ganz vielleicht“ weggewischt.

Ich weiß es nicht. Er wird sicher eine Ahnung haben, was für ein Akt das für mich bedeutet. Und im Grunde ist es auch nicht so wichtig was er weiß. Ich weiß was das für eine Monsterleistung ist. Das genügt völlig!

Und am Ende ist es ja nicht mein Leben, dass ich in seine Hände lege. Nur ein Symbol…. 😉

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Die Bedeutung von Symbolen

Vor einer Weile gab es in meinem Inneren die Erlaubnis, dass Symbole hergestellt werden durften. Figuren aus Fimo wurden geformt. Figuren, die einzelne Auch-Ich’s darstellen. Heraus kamen überwiegend die, die „harmlos“ sind. Die ich ansehen kann. Über die ich denken kann. Die mir zumindest bekannt sind.

Aber heraus kam auch eine Figur, der unendlich viel Bedeutung in meinem Inneren zugeschrieben wird. Sie ist (gefühlt) der Kern von mir. Der, der ganz geblieben ist. Unschuldig, zart, beschützenswert.. dass was ich in mir als DAS bezeichnen würde, was mich am Leben gehalten hat. Das mein innerer Antrieb war, noch etwas vom Leben zu wollen. Nicht aufzugeben und zu glauben, da gibt es noch mehr! Mehr als das was ich bisher erfahren habe und das mehr könnte vielleicht schön sein.

Diese Figur entstand also als Symbol für ALLES was noch bleibt, wenn alles schrecklich, schlimm, unaushaltbar und ich lebensmüde bin. Dieses etwas ist so schützenswert, weil ich sicher bin, geht das kaputt, dann war es das. Dann bin ich tot!

So sieht es aus das zarte, zerbrechliche…

… blöde Scheissding das mich in den Wahnsinn treibt!!!

Denn kaum hab ich es aus mir herausgelassen, sitzt es da und schaut mich so an. Mir knallt das Bewusstsein meiner Verletzlichkeit von innen voll gegen die Stirn. Plötzlich bekomme ich „Kümmer-Verantwortung-Gefuhle“. Habe panische Angst die Figur absichtlich oder aus versehen kaputt zu machen, mit der Gewissheit daran zu sterben.

Aber ich bin ja ein gut therapierter Mensch und deshalb suche ich nach Lösungen. Brav bin ich…

Kurzerhand setzte ich eine Glaskugel über die Figur. So kann ich sie nicht unabsichtlich kaputt machen. Das absichtliche Zerstören habe ich im Inneren als keine Option gefunden. Puh! Nochmal die Kurve bekommen. Denkste! Nun sitzt das arme Ding in all seiner Verletzlichkeit ganz allein und nackt den Blicken ausgeliefert, völlig isoliert unter seiner Sicherheitsglaskuppel. Und ich halte es nicht aus!

Das Einhornding tut mir leid und deshalb häkel ich ihr eine kleine rosa Decke. Na klar, sowas zartes braucht ne rosa Decke. Das ist schön warm und warm beruhigt und rosa ist eine zarte Farbe, die einen nicht anschreit und sich nicht knallig grell in dein Bewusstsein zwingt.

Aber es ist noch immer nicht gut. Also bekommt es noch einen Teddy. Es soll ja nicht einsam sein. Nur beschützt. Irgendwer macht ihr noch einen Sonnenblume… ich gestalte meine innere Realität im außen… denke ich kurz. Übertrage all meine scheiss-bescheuerten Gefühle auf einen (geformten) Klumpen Fimo und komme mir lächerlich vor! Dumm!

Naja, mit alledem war es dann zumindest aushaltbar. Nach ein paar Tagen zog die Figur in meiner Wohnung nochmal um, da ich sie nicht permanent vor Augen haben konnte. So haben wir zwei jetzt eine Weile gelebt.

Bald geht es aber in die Reha und das Einhornding schaut mich wieder so an…

Ich halte es nicht aus, sie mitzunehmen, weil sie, das Symbol und gefühlt eigentlich auch das Auch- Ich in der Reha kaputt gehen könnte.

Die Vorstellung es zuhause zu lassen, ich abwesend und andere Menschen in meiner Wohnung wegen Blumen usw. , ist genauso unaushaltbar!

An diesem Scheissding hängt gerade alles und ich wäre locker im Stande, bei versehentlichen kaputt machen durch meine Freundin, ihr ohne Umschweife vorzuwerfen mein Inneres ALLES zerstört zu haben! Meinen Kern ermordet, nicht geschützt was weiß ich zu haben.

Das will ich ihr nicht aufzwingen und mir nicht antun. Deshalb dachte ich an meinen Therapeuten…

Fortsetzung folgt…

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Gedanken zum erwachsen sein

Oft höre ich Menschen sagen, sie wären gerne nochmal Kind. Ich finde die Vorstellung gruselig! Nicht nur bedingt durch meine Erfahrungen. Ich habe das Kind sein gehasst. Ich hasste die Vorschriften. Die Sätze „Türen haben Klinken“, „wenn du soviel Süßigkeiten isst, bekommst du Bauchschmerzen“, „zieh die Schuhe nicht mit den Füßen aus, davon gehen die kaputt“… und vieles mehr.

Ich empfand es als demütigend Kind zu sein. Jeder Erwachsene konnte, wusste und durfte mehr als ich und immer dieser Satz „Das verstehst du noch nicht. Warte bis du älter bist!“ Schnell begriff ich Wissen ist Macht. (Nicht ohne Grund bin ich ein wandelndes Lexikon für sehr, sehr viele Themengebiete)

Und alle diese „Filme“ laufen auch noch heute in meinem Kopf und dann taucht das trotzige Auch-Ich von damals auf.

Voller Genugtuung streift es die Schuhe mit den Füßen ab. Isst drei Eis hintereinander und schüttet Waldmeisterbrause hinterher! Dabei sieht es fern bis die Augen viereckig werden und lacht und lacht und freut sich!

Erwachsen sein ist nicht so übel!

Vor einer Weile spielte ich mit dem kleinen Menschen Fußball mitten in meinem Wohnzimmer. Auch noch im Heute saß meine Mutter nicht kommentarlos dabei. Mahnend räumte sie eilig zerbrechliches weg.

Und es kam wie es kommen musste. Ein fehlgeleiteter Schuss. Ein Treffer und die Deckenlampe krachte runter. Meine Mutter schaute entsetzt und der kleine Mensch schaute erst erschrocken mich an und erst als er sah das ich mich nicht halten konnte vor lachen, prustete auch er los.

So ist das mit dem erwachsen sein. Du kannst quer durch die Wohnung Fußball spielen, während deine Mutter daneben sitzt und nichts zu sagen hat 😂 und diese Freiheit erstreckt sich auf alles im Leben! Ist das nicht wunderbar? Ich habe meine ganze Kindheit diesen Moment herbeigewünscht.

Ich bin froh kein Kind mehr zu sein!

Ich liebe meine Entscheidungsmacht, ernst genommen zu werden, meine Unabhängigkeit und die Möglichkeit 3 Eis zu essen wann und wo ich will! Und Türen ziehe ich leise kichernd einfach zu, ohne die Klinke hinunter zu drücken…

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„Neue“ Erinnerungen

Das ist ein Thema das man in Fachliteratur immer wieder findet. Immerzu geht es um die Glaubwürdigkeit sogenannter neuer Erinnerungen im Rahmen von Trauma. Es wird in Frage gestellt, ob es überhaupt sein kann Traumata zu vergessen und sie erst viele Jahre später zu erinnern. Und jede Diskussion darum dreht sich im Kreis. Daher geht es heute einmal darum, wie ich persönlich „neue Erinnerungen“ wahrnehme. Für mich ist schon der Begriff neue Erinnerung falsch gewählt!

Auch bei mir kommen immer mal wieder Traumasituationen ins Bewusstsein, die vorher nicht da waren. Ich würde sie aber nicht neu nennen und nehme sie auch so nicht wahr.

In meinem Gefühl sind diese Dinge immer da gewesen. Entweder habe ich aber vorher einen großen Bogen um sie gemacht oder aber sie nicht bewertet.

Es fühlt sich an wie ein Buch, dass ich irgendwann mal gelesen oder erlebt habe. Danach stellte ich es ins Regal. Dort steht es viele, viele Jahre und vielleicht stehe ich sogar im Laufe der Zeit tausendmal davor. Sehe es an und verbinde nichts damit. Entscheide mich jedesmal ein anderes heraus zu ziehen und es mir anzusehen.

Oder aber es steht dort und ich habe eine leise beunruhigende Ahnung was dieses Buch betrifft und deshalb lasse ich es wo es ist oder ich strenge mich ganz bewusst an seine bloße Existenz weg zu ignorieren. So sehr, dass ich vorsichtshalber auch die Bände rechts und links daneben im Regal nicht anfassen. Ich sehe einfach nicht hin!

Irgendwann fragt mich aber vielleicht jemand, ob er sich ein Buch borgen darf und wühlt im Regal oder stellt mir eine Frage, dessen Antwort ich kurz nachlesen will und krame selbst im Regal. Manchmal ist es auch einfach ein Erdbeben oder ein unaufmerksamer Moment und ich krache gegen das Bücherregal und so kann es passieren das mir genau so ein Buch vor die Füße fällt. Eins das ich vielleicht kenne aber einfach weggestellt habe, ohne das ich seine Bedeutung wirklich begriffen habe oder das, was ich ganz angestrengt nicht sehen wollte.

Jetzt fällt es schmerzhaft auf meinen kleinen Zeh und ich halte es anschließend in der Hand.

TADAAA!!! Neue Erinnerungen!

Wenn ich es mir nun ansehe, dann weiß ich, dass es nicht neu ist. Ich weiß, dass ich es schonmal angesehen habe. Vielleicht weiß ich auch, dass es mir schon einmal Angst gemacht hat und ich es deshalb weggestellt habe.

So oder so. Für mich ist es nichts neues. Egal was ich in dem Buch finde. In dem Moment weiß ich sicher, dass das was ich finde, schon immer da war. Manches habe ich absichtlich verdrängt und manches Buch wurde einsortiert, zwar gelesen, aber ich war noch zu jung um den Inhalt zu verstehen. Es beschreibt vielleicht eine Handlung, die ich nicht deuten konnte. Oder vielleicht habe ich es zuletzt angesehen, als ich noch nicht lesen konnte und so war es für mich nur ein Haufen bedeutungsloser Buchstaben…

Jetzt sitze ich da und es werden Worte. Und Sätze und ein Verstehen.

In den letzten Jahren sind mir so eine Menge Bücher auf die Füße oder voll auf den Kopf gefallen. Bei keinem einzigen habe ich gedacht „Das hab ich ja noch nie gesehen!“ oder „Nee! Das gehört mir nicht!“

Alle Bücher kamen mir bekannt vor. Bei allen wusste ich sofort, dass sie jahrelang in meinem Regal standen.

Also nein. Ich glaube nicht an „neue Erinnerungen“ und ich zweifle schon gar nicht an deren Glaubwürdigkeit. Für mich weiß ich, dass sie immer da waren und ich würde sogar soweit gehen, hätte mich jemand ganz gezielt nach einem der Bücher oder dessen Inhalt gefragt, welche in meinem „blinden Fleck“ standen, ich hätte jederzeit auf den Inhalt zugreifen können. Vielleicht nur in sachlicher Form. Also reine Inhaltsangabe ohne jegliche Interpretation oder Gefühl, aber ich hätte es gewusst!

Aber es hat ja keiner gefragt…

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Was bisher geschah….

Lange ist der letzte Artikel her. Meist habe ich mich auf das lesen anderer Blogs beschränkt, aber in letzter Zeit hatte ich immer wieder Lust verschiedene Themen aufzugreifen oder einfach gesagt, selbst wieder zu schreiben. Abgehalten hat mich immer die lange Pause in meinem Blog und das Gefühl, erst müsste ich die Lücke füllen…

Was ist also passiert in der Zwischenzeit?

Die Reha hat damals bei mir sehr viel in Bewegung gebracht. Vieles wurde an und auch umgestoßen. Ich habe es geschafft mein Leben sehr zu stabilisieren. Eine Zeit lang habe ich mich so wunderbar „normal“ gefühlt. Arbeiten gehen. Vier Mal pro Woche Sport. Freunde treffen. Sogar einen Urlaub allein mit „fremden“ Kind im Ausland habe ich gemeistert und das ist gar nicht so leicht, wenn man eigene Bedürfnisse kaum wahr nimmt und dann im Auge behalten soll ob und wann das Kind vielleicht Essen, trinken oder Jacke braucht. Dazu die Verantwortung und das 24 Stunden in Kontakt sein. Denn das bedeutet es, wenn selbst nachts die Schlafzimmertüre aufbleiben soll und du ggf. sofort wach sein sollst, wenn der kleine Mensch sich fürchtet.

Ich fühlte mich sehr erwachsen 😄

Auch beruflich hat sich alles, wirklich alles verändert. Neuer Arbeitsort, neue Kollegen und komplett neues Aufgabengebiet. Das einfinden ins Thema und das neu lernen war dabei das leichteste!

Überrascht von mir selbst habe ich beim Abschied von den alten Kollegen bitterlich geweint. Tränen beiseite schieben oder unterdrücken unmöglich! Überrascht war ich deshalb, weil ich trotz 5 Jahre Zusammenarbeit keine wirklich privaten Kontakte geknüpft hatte und weil ich mich zuvor nie wirklich „gebunden“ habe an Arbeitsstellen oder Kollegen. In meinem Leben sind (wohl aufgrund meiner leicht verstörten Psyche 😉 ) die Dinge und Menschen austauschbar. So war es immer!

Aber dieses Mal tat es weh! Und trotzdem habe ich das als positive Entwicklung meiner selbst bewertet. Ich war so stolz auf mich, dass ich gleich weniger Angst vor den beruflichen Veränderungen hatte und so hab ich mich auch ziemlich schnell eingefunden am neuen Ort. Es lief alles gut! Natürlich waren die Auch-Ich’s nicht verschwunden und damit auch nicht das Leben mit Zeitlücken. Aber ich hatte mich recht gut damit arrangiert und organisiert.

Im Herbst letzten Jahres holte mich dann meine Vergangenheit wieder ein. Und das im wahrsten Sinne des Wortes. Die Aussicht das ein Täter zum Ende des Jahres aus 380 km Entfernung nur noch 30 km entfernt wohnen würde. In meinem Inneren flog danach alles auseinander. Alte Ängste kochten hoch und mein ganzes Leben geriet ins Wanken. Und es wankt noch immer sehr gefährlich! Ich sitze , umgangssprachlich, auf dem Arsch! Die Auch-Ich’s rennen panisch durcheinander und mein normaler Alltag ist futsch. Dafür herrscht Chaos und mein Tag ist voller Zeitlöcher. Wieder einmal bin ich auseinander gebrochen und dissoziiere was das Zeug hält 🙁

Es kommt immer wieder zu unguten Kontakten durch einzelne Auch-Ich’s und bisher blieben alle therapeutischen Versuche daran etwas zu verändern vergeblich. Das sollte aber auch reichen zu dem Thema, weil es ein schwieriges ist. Eins das schadet und ich weder einen Plan noch eine Lösung habe… daher schmerzt es nur und resigniert.

Soviel also zum „was war“ und „was ist“.

Aber da fällt mir doch noch ein Lichtblick ein. Ganz bald geht es für mich wieder in die Reha. Ein erneuter Aufenthalt „hinter den sieben Bergen, bei den sieben Zwergen“ und ich hoffe sehr, dass mir die Klinik ähnlich hilfreich sein wird, wie vor zwei Jahren.

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Zwischendurch 

 

Etwas mehr als die Hälfte meiner Reha ist um. Es fällt mir schwer Bilanz zu ziehen. Für mich und uns waren und sind es unheimlich viele neue Eindrücke.
Zum ersten Mal erlebe ich andere Viele-Menschen in ihrem Umgang mit sich und der Welt. Ich höre in den Gruppen über ihre Ängste und Probleme, aber auch über ihr Zusammenarbeiten.

Ich bin mitunter beeindruckt. Ich staune. Ich bin traurig. Ich fürchte mich. 

Was all die neuen Erfahrungen nun für mich/uns bedeuten, dass weiß ich noch nicht.

Hier wird immer wieder gesagt wie wichtig es ist, den Bedürfnissen aller Raum zu geben. Es wird betont wie anstrengend es sein muss immer alles zu verbergen. 

Wie das im Alltag umsetzbar sein kann, dass ist mir nicht wirklich klar. Mein Umfeld ist ja nunmal mein Umfeld und es wird auch nach meiner Rückkehr nicht möglich sein, damit aufzuhöhen mein viele sein zu verbergen. 

Respekt vor dem eigenen so sein. Das ist etwas das hier ebenfalls immer wieder hervorgehoben und auch glaubhaft vermittelt wird. Das es eben nicht bedeutet verrückt zu sein. Abstoßend. Ich kann das durchaus wahrnehmen. Bin aber ehrlich gesagt erstaunt über diese annehmende Haltung. So das ich von der Umsetzung für mich selbst noch sehr weit entfernt bin. Ich ziehe es aber mal als Möglichkeit in Betracht.

Meine anfänglichen Kämpfe um Selbstbestimmung und Angst vor Grenzüberschreitungen hatten auch noch ihren Höhepunkt. Der in einer sehr bestimmten und deutlichen Grenzsetzung meinerseits und der Einbeziehung ins Behandlungsgeschehen meines ambulanten Therapeuten endete. Damit war ein Rahmen geschaffen, der mir ermöglichte mich auf das ein oder andere überhaupt einzulassen.

An dieser Stelle habe ich großen Respekt vor der Therapeutin hier, dass sie sich so auf eine Einmischung in ihre Behandlung und darauf sich auf die Finger sehen zu lassen, einlassen kann! Ich empfinde das als sehr wertschätzend was meine Bedürfnisse angeht. Auch das ist durchaus eine neue Erfahrung…

Und was mir natürlich vorallem noch einmal mehr als bewusst wurde, wie sehr ich meinem Therapeuten vertraue und wie unendlich zuverlässig er ist. Ich fühle mich sehr behütet und kann das zulassen. 

Behütet sein! Etwas das ich zuvor nicht wirklich erfahren habe und wofür ich sehr dankbar bin. Auch wenn es mich ebenfalls traurig macht, denn nun weiß ich, wieviel Sicherheit einem das behütet sein gibt und wieviel mehr an „etwas riskieren, ausprobieren und neue Erfahrungen machen“ möglich ist, wenn man so eine grundsätzliche Sicherheit wie behütet sein hat. (Jetzt bin ich mir nicht sicher ob man verstehen kann, was ich ausdrücken wollte?)

Ich denke es braucht noch eine Weile bis das ein oder andere in meinem Inneren an seinen Platz gerrückt ist und bis ich die neuen Erfahrungen und Erkenntnisse verarbeitet habe. 

  

 

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Angekommen?

Noch nicht so richtig. 

Die Klinik ist nett. Das Essen toll und das Konzept mit abgesondertem Frauenbereich überraschend angenehm.

Es fällt mir schwer mich einzulassen. Meine Therapeutin hier macht tatsächlich einen sehr kompetenten Eindruck (hinsichtlich Fachwissen und Erfahrung mit DIS Patienten) Was schon erstaunlich ist, da es in meinem inneren eine ziemlich unverrückbare Haltung von „Frauen sind weniger kompetent..etc.“ gibt.

Ich empfinde sie als streng und nicht ansatzweise so behutsam wie mein Therapeut. Sie ist nicht sonderlich zimperlich mit den Fragen die sie stellt und scheute auch nicht davor zurück mein Profil in einem sozialen Netzwerk zu checken und mir anschließend mitzuteilen, wie schockiert sie über das Ausmaß der von mir preisgegeben Informationen ist.

Ja. Schockiert hat mich das auch. Also nicht der Inhalt meines Profils, sondern das sie es sich angesehen hat. Klar ist es öffentlich, aber es hat sich nicht richtig angefühlt für mich. Grenzwertig und übergriffig? Irgendwie hätte es sich anders angefühlt, wenn Sie es angekündigt hätte. Noch besser, wenn sie gefragt hätte oder wenigstens klar gesagt hätte „Mache ich immer bei Patientinnen.“ Die Erklärung sie sei über Umwege und unbeabsichtigt darauf gelandet, ist für mein Empfinden äußerst fragwürdig. (Ja gut, ich habe es auch stundenlang versucht „auf Umwegen“ dort zu landen und ich war mir zu Recht ziemlich sicher, dass meine Privatsphäreeinstellungen dies verhindern 😕)

Sicher. Sie kennt mich nicht und sie wendet Erfahrungswerte auf mich an, die von anderen Menschen mit der selben Diagnose stammen. Und sie ist chronisch skeptisch. Ich sage ich kann über die Ostertage sicherstellen keine Täterkontkte zu haben und sie spricht es mir ab.

 Ja. Ich bin viele. Ja. Ich verstehe, dass es bei anderen mit diesem Hintergrund oftmals nicht möglich ist Absprachen zu treffen. Alles verständlich.

Aber ich bin ja Frau Lebend und bei mir ist es anders. Ich kann etwas zusichern und ich kann mich melden, wenn ich merke, dass ich mich nicht länger an die Verbindlichkeit halten kann. Kann ja jeder behaupten! Stimmt. Aber sie hat mit meinem Therapeuten telefoniert. Er hätte es bestätigen können!

Und es fühlte sich scheiße  bis bedrohlich, ausgeliefert und machtlos an, so viel Skepsis entgegen gebracht zu bekommen. Es gab mir das Gefühl das ich nicht ernst genommen werde und erinnerte mich an die Angst vor der Institution, die mich schon vorher plagte. Denn diese Frau hat in diesem, nennen wir es mal Hilfesystem, die Macht, mir abzusprechen das ich keine Gefahr für mich selber darstelle oder das ich absprachefähig bin oder oder oder. (Es kam nämlich auch gleich die Idee mich alternativ über Ostern in die örtliche Psychiatrie zu packen. Irgendwie auch nicht sonderlich feinfühlig!)

Ich hab es inzwischen angesprochen und konnte auch gut für mich klar behalten, dass ich hier einfach abreise, wenn sie diese Haltung beibehält. Ich kann mich da selbst stabilisieren, aber so richtig gut ist mein Gefühl hier nicht. Ich bin vorsichtig…

  

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